In Zeiten von Corona ist alles anders. Am vergangenen Sonntag, 22. August, 11.00 Uhr feierten die evangelischen Kirchengemeinden Holzhausen am Hünstein und Herzhausen mit Pfarrer Jörg Stähler nachträglich das Fest der Goldenen Konfirmation in der Auferstehungskirche in Holzhausen am Hünstein, das ursprünglich für März geplant war. In 1971 waren die goldenen Konfirmanden von Pfr. Hans Wilhelm Stein eingesegnet worden. Die meisten der Jubilar*innen leben nach wie vor im Hinterland – einige hat der Lebensweg bis nach Darmstadt geführt.

Die Goldene Konfirmation war dieses Jahr mit der Sommerpredigtreihe des Nachbarschaftsraums „Evangelisch in Dautphetal“ verbunden. In der Predigt über die Seligpreisungen (Matthäus 5,1-12) stellte Pfr. Jörg die Stähler, die Frage, was glücklich macht. Er wies auf die Unterscheidung von Glück haben und Glücklichsein hin. „Was habt ihr Jubelkonfirmanden euch damals vor 50 Jahren unter Glück vorgestellt? Und habt ihr es gefunden? Oder hat sich eure Vorstellung von Glücklichsein im Lauf der Jahre verändert?“, so Stähler. Früher oder später frage sich jeder Mensch, ob das alles war und wie die zwei Seiten des Lebens angenommen werden können. Jesus entfaltet in den Seligpreisung einen Gegenmodell zu einer Welt, in der Glücklichsein mit Durchsetzungsvermögen, Erfolg, Gesundheit und Reichtum gleichgesetzt wird, einem Glück, das auf Kosten von anderen erreicht wird. Durch die Seligpreisungen können wir, so Stähler, das Heilsame im Scheitern erkennen. Mit „Glückselig sind, die trauern“ sei kein resignatives oder lähmendes Tieftraurigsein gemeint. Es gehe um das Traurigsein über die Zustände in der Welt, sprich Ungerechtigkeit, willkürliche Gewalt, Unmenschlichkeit und Zerstörung des Lebens. Die Nachrichten sind voll davon, ob Afghanistan oder auch Probleme vor der eigenen Haustüre. In dieser Seligpreisungen ginge es um eine Erschütterung, die durch die Wahrheit kommt. Für diejenigen, die nicht die Augen und Ohren zumachen, die sich durch die erschütternden Erfahrungen des Lebens anrühren lassen, für die sind die Seligpreisungen ein hoffnungsvoller Fingerzeig, dass sie einmal vollen Trost und Verstehen erfahren werden. In „Glückselig sind, die barmherzig sind“ stimmen Ursache und Wirkung des Glücklichseins überein. Kein Wunder, so Stähler, denn die Barmherzigkeit ist das Herz Gottes. Sowohl ginge es bei den Seligpreisungen um Verheißungen der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, wie auch um ein neues Miteinander von Mensch als Teil der Natur im Hier und Jetzt. Überall, wo dieses neue Miteinander gelebt werde, da berühren sich schon heute Himmel und Erde.

Folgende Goldkonfirmandinnen und -konfirmanden wurden im Gottesdienst neu eingesegnet: Hans-Artur Bösser, Reinhard Bösser, Ursula Burk, (geb. Steidl), Jürgen Hartmann, Karin Herget (geb. Koch), Roswitha Junker (geb. Rentzing), Heidelore Kaufmann-Schmidt, Roland Reith, Rainer Rink, Brigitte Runzheimer( geb. Beilborn), Jürgen Schneider, Rosel Schmidt (geb. Michel), Anne-Dore Stein, Karin Velte (geb. Wege), Uta Wagner (geb. Ruppert), Giso Wege, Gernot Wege, Kornelia Werner (geb. Simon), Heidrun Werner (geb. Einloft) und Jutta Winkler (geb. Waller). Ebenso wurde der Verstorbenen gedacht: Monika Hofmann und Klaus-Peter Happel sowie Pfr. i.R. Hans Wilhelm Stein, der in 2019 verstorben ist und seiner kürzlich verstorbenen Frau Marlies.

Nach dem Gottesdienst verbrachten die Goldenen Jubilarinnen und Jubilare zusammen mit dem Jahrgang sowie den Partnern den Tag mit Mittagessen bei Werner Catering in Dautphetal-Mornshausen und ließen so einen Tag voller freudiger Begegnungen bei gemütlichen Beisammensein ausklingen.

 

 

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